Der Jakobusweg

In Spanien führt ein Hauptweg, der camino francés, von den Pyrenäen bis nach Santiago de Compostela in Nordwestspanien und noch weiter bis ans Cap Finisterre am Atlantik.Der Jakobsweg, Jakobusweg ist ein ganzes Wege-System. Wie die Verästelungen von Bachläufen und Flüsschen zu einem Flusssystem führen, durchqueren verschiedenste Wege ganz Europa nach Spanien.
Der Name Jakobusweg bezieht sich auf den Apostel Jakobus den Älteren. Er war zusammen mit seinem Bruder Johannes einer der zwölf Apostel .Die Wege, die nach Santiago führen, erhielten den Namen Jakobsweg.
Die Legende besagt, dass die Gebeine von Jakobus in Santiago begraben liegen. Ans Jakobusgrab setzte parallel zur spanischen Reconquista eine grosse Pilgerschaft ein. Santiago gehörte im Mittelalter mit Rom und Jerusalem zu den drei Hauptorten der christlichen Pilgerziele.
Jakobus ist der Sohn von Zebedäus (Mk 1, 20) und Maria Salome. Sein Bruder ist der Apostel Johannes. Jakobus arbeitete als Fischer am See Genesareth (Mk 1, 19). Er wurde zusammen mit Johannes und dem Brüderpaar Petrus und Andreas zum Jünger von Jesus erwählt.
Seit den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts hat die Pilgerschaft auf dem Jakobsweg einen großen Aufschwung erlebt. Der Europarat erklärte 1987 den Weg zum ersten europäischen Kulturweg. Wurden damals gut 3.000 Pilger pro Jahr registriert, waren es im Jahr 2003 über 74.000 aus allen Ländern der Erde. 2004, im Heiligen Compostelanischen Jahr, kamen 179.932. Sie haben entweder den ganzen Weg oder den Weg durch Spanien - mindestens aber die letzten 100 km der Strecke - zu Fuß oder die letzten 200 km per Fahrrad oder zu Pferd zurückzulegen. Dies wird mit Stempeln von einzelnen Stationen in einem Pilgerausweis verzeichnet und berechtigt zur Nutzung der preisgünstigen Pilgerherbergen und zum Tragen der entsprechenden Abzeichen, die auch ins Grab gelegt werden können. In Santiago erhalten die Pilger eine Urkunde, die Compostela. Da der Pilgerweg Menschen aus allen Nationen anzieht, entwickelt sich heute auf diesem Weg auf Grundlage des (vorübergehenden) gemeinsamen Pilgerstatus eine praktische internationale Verständigung ungeachtet der Herkunft, des Alters, des Ansehens und des Geschlechts.


Unser Weg

In 7 Jahren haben wir 
1.537,5 km 
geschafft!

Wenn Ihr wissen wollt, wo uns der Weg lang führte, klickt auf das Bild. Tagesberichte über einige Jahre findet ihr unter dem Link auf der rechten Seite. 

 

 

Los ging´s 2001 im niedersächsischen Garrel. Das Ziel der ersten Etappe war dabei Xanten am Rhein. Dabei legte wir insgesamt 217 km zurück, der Etappensieg ging dabei an den 26.07. mit 40 kenkelschen Kilometern.
2002 nahmen wir unsere „Pilgerung“ dann in Xanten wieder auf. Die Route führte uns dabei endgültig raus aus heimischen Gefilden. Am dritten Tag überquerten wir die Grenze Richtung Belgien. Nach einem schönen letztem Abend im malerischen Lüttich, erreichten wir nach 181 km unseren Zielort Esneux in Belgien. Die Länge der Etappen bewegten sich dabei niemals über 30 km.
Nachdem wir 2003 ungezählte Male die Grenze von Belgien nach Frankreich überquert hatten um aber abends doch irgendwie immer in Belgien zu sein, schaften wir es am letzten Tag dennoch die Wallfahrt in Frankreich zu beenden. Wir legten dafür insgesamt 201 km zurück wobei sich der 23.07. mit 34 km das gelbe Trikot sicherte.
Unglaublich motiviert durch den Umstand tatsächlich jenen Feldweg mit dem kleinem blauen Schild „Le Fay“ aus 2003 wiedergefunden zu haben machten wir uns 2004 auf den Weg Richtung Paris. Dort fand die Fahrt 236 km später mit einer Messe im Notre Damme ihren würdigen Abschluss. Mit einer Länge von 42 km pilgert seitdem der 02.08. in gelb durch die Lande.
Nach einem Sight seeing Pilgertag in Paris nahmen wir 2005 zuerst Kurs auf Orléans um dann die Loire entlang zu pilgern und nach 234 km unser Ziel Chaumont-sur-Loire zu erreichen. Der Etappensieg ging dabei an den 19.07. mit 35 km.

Tagesberichte von den einzelnen Jahren findet ihr unter dem Link auf der rechten Seite.


Ein typischer Tagesablauf

Nach erholsamem Schlaf war für uns meist so um 4:50 Uh morgens die Nacht zu Ende (wer schon nicht vom offiziellen Wecken wach wurde, konnte dann auf jeden Fall vom allgemeinen Gegähne und Geschlurfe zum WC nicht mehr länger so tun, als sei noch Nacht) "In drei Minuten Laudes!!"Am reichlich gedeckten Frühstückstisch (wo nahezu kein Wunsch offen blieb) durften wir dann erst mal Platz nehmen und haben so um 5:10 Uhr gemeinsam aus dem Pilgerheft die Laudes (Gebete und Psalmen) gebetet; anschließend wurde dann ab 5:20 Uhr das Frühstücksbuffet freigegeben; das emsige Küchenteam hatte schon beste Vorarbeit geleistet (Kaffee gekocht und den Tisch eingedeckt); vielleicht noch'n Müsliriegel oder einen Apfel für unterwegs? Auf jeden Fall was zu Trinken in den Rucksack. Nach dem Frühstück ins Bad (falls vorhanden) und danach Füße pflegen und rein in die alten Socken von gestern; Feldbetten abbauen, Schlafsäcke und den sonstigen Kram zusammenpacken ... Wanderschuhe an und Rucksack auf!
6:50 Uhr Fertigmachen zum Pilgern! Und los ging's! Nach etwa 5 Minuten Marsch kam meist von Michael ("Der, der den Weg kennt") ein aufmunterndes: "Uuund Pilgertempo erhöhen - wir sind zu langsam!" - so GING es dann ca. 2-3 Stunden auf altem Pilgerweg raus aus dem Ort und weg von der Straße, rein in den Wald, oft auch Quer-Feld-Ein über Stoppelfelder ("Wir nehmen eine Abkürzung"), rauf auf den Hügel und wieder hinunter über felsigen Grund und manchmal auch kaum mehr erkennbare Pfade, mit vielen Gesprächen und kurzen Trinkpausen bis zur ersten Rast (irgendwo am Wegesrand oder mitten im Wald, ganz idyllisch). Wenn die Zeit reichte haben wir dann noch vormittags gemeinsam ein Stundengebet mit Psalmen und Liedern aus dem Pilgerheft gebetet und unsere mitgenommenen Brote usw. gegessen. Nach einer weiteren Stunde war meist so gegen 11:00 Uhr Mittagspause. Auch hier ein dickes Lob ans Küchenteam. Pause für die Füße und etwas Zeit zum Dösen war auch noch. Dabei wurde auch schon mal berichtet, wie die nächste Unterkunft war ("Super - wir haben heute Abend Duschen"!) 12:00 ging's dann meist schon weiter zur Schlußetappe; diejenigen, deren Füße nicht mehr gingen konnten mit den "Küche" schon mal weiterfahren (durften dann aber auch die Feldbetten aufbauen und beim Abendessen helfen); wenn wir Wanderer gut voran kamen haben wir nachmittags nochmals eine Rast zum Beten gemacht, manchmal sogar in einer Kirche, wenn sie offen war. Die letzte Stunde war meist die härteste! (35 km Wandern an einem Tag [und mehr] gehen ganz schön in die Beine und die Blasen an den Füßen drücken auch sehr"). Irgendwie haben wir es dann dennoch immer wieder geschafft ins neue Quartier zu kommen (einige von uns hatten sogar noch Kraft für einen schnellen Schlußspurt - sehr beachtlich!).
Gegen 17:00 Uhr waren wir dann meist in der neuen Unterkunft für die nächste Nacht; das waren Gemeindehäuser oder Turnhallen (in Vorjahren auch oft im Zelt). Erstmal ankommen und Schuhe aus. "Autsch!" Klamotten auspacken und Betten herrichten! Duschen ("suuuper!") und wieder Füße Pflegen (einige von uns wurden zu regelrechten Blasen-, Druckstellen- und Wundexperten). Fotos vom Tag aufs Laptop und ansehen, wenn die Zeit reichte. 18:30 Uhr "Essen ist fertig!" - Super! "Mensch habe ich einen Bärenhunger! Lecker!" - "Wer wäscht heute mit ab?" Nachdem alles fertig war hatten die Mädel schon die abendliche Messe vorbereitet, Lieder geprobt und Gebete ausgesucht. 20:30 Uhr Messe in der Kirche im Ort (falls möglich) oder halt ganz einfach im Essensraum. Mit Gitarrenbegleitung und Liedern aus den Liedermappen (alles perfekt organisiert!), einer sehr persönlichen "Statio" von einem/einer von uns. Gemeinsames Beten und Singen - Kirche hautnah erlegen! Ab ca.21:30 Uhr war oft noch Zeit für ein Bierchen, wer durfte und mochte... Und irgendwann war dann auch wieder Ruhe eingekehrt bis zum nächsten Morgen.

(Anneliese Immken,38, in 2005 zum ersten Mal mit dabei)

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22.06.2001 Lastrup 24 km - 23.06.2001 Handrup 36,1 km - 24.06.2001 Emsbühren 35,2 km - 24.06.2001 Gronau 33,8 km - 26.06.2001 Südlohn 39 km - 27.06.2001 Dingden 32 km - 28.06.2001 Xanten 18 km Gesamt 2001: 218,1 km - 23.06.2002 Geldern 23 km - 24.06.2002 Steyl 29 km - 25.06.2002 Heel 29 km - 26.06.2002 Born 25 km - 27.06.2002 Maastricht 26 km - 28.06.2002 Lüttich 29 km - 29.06.2002 Esneux 20 km - Gesamt 2002: 181 km - 20.07.2003 Glavier Station 25 km - 21.07.2003 Purnode 38 km - 22.07.2003 Givet 33 km - 23.07.2003 Couvin 34 km - 24.07.2003 Scourmont 21 km - 25.07.2003 Hirson 28 km - 26.07.2003 Le Fay 22 km - Gesamt 2003: 201 km - 31.07.2004 Marle 17 km - 01.08.2004 Laon 29 km - 02.08.2004 Soissons 42,5 km - 03.08.2004 Pierrefonds 34,5 km - 04.08.2004 Pont Saint Maxence 33,5 km - 05.08.2004 Baillon 31,5 km - 06.08.2004 St. Denis 34 km - 07.08.2004 Paris 15 km - Gesamt 2004: 236 km - 16.07.2005 Verrieres 25 km - 17.07.2005 Etréchy 31 km - 18.07.2005 Autruy-sur-Juine 32 km - 19.07.2005 Artenay 35 km- 20.07.2005 La Chapelle 31 km - 21.07.2005 Beaugency 25 km - 22.07.2005 Suervres 20 km - 23.07.2005 Chouzy-sur-Cisse 25 km - 24.07.2005 Chaumont-sur-Loire 10 km - Gesamt 2005: 234 km - 05.08.2006 Blèrè 32 km - 06.08.2006 Blèrè 0 km - 07.08.2006 Chambray lès Tours 37 km - 08.08.2006 Sainte Maure de Touraine 32 km - 09.08.2006 Châtellerault 42 km - 10.08.2006 Poirtier 33 km - 11.08.2006 Lusignan 32 km - 12.08.2006 Melle 28 km - Gesamt 2006: 236 km - Summe 2001 - 2006: 1306,1 km