Tagesberichte 2007

02. & 03. 08 - Es ist wieder soweit! 04.08 - Strahlender Sonnenschein
05.08 - eine unerwartetet Einladung 06.08 - Eine willkommene Abwechslung
07.08 - eine ganz normale Etappe 08.08 - Ein spannendes Finish
09.08 - eine Weinprobe muß sein 10.08 - Alles hat einmal ein Ende

 

02. & 03. 08 - Es ist wieder soweit!

Nahezu pünktlich um 20 Uhr in Beverbruch und dann um 21 Uhr in Holdorf sind die Busse wieder in Richtung Frankreich am rollen. 45 hochmotivierte Pilger setzen sich in Bewegung. 45? Ja, richtig gelesen: Die diesjährige Teilnehmeranzahl stellt alles bisher Gewesene in den Schatten. Davon sind immerhin 22 zum ersten Mal dabei. Tja, vielleicht sind da die Auswirkungen eines gewissen Bestsellers zu spüren. Sei´s drum, weiter im Thema. Die hohe Anzahl von Pilgern machte auch eine neue Transportlösung von und nach Frankreich nötig. 3 x 9-Sitzer-Busse sind damit dann doch etwas überfordert. So wurde einfach ein großer Bus angemietet und nur noch ein Sprinter für das Küchenteam mitgenommen.

Zum Glück hatte Paris in diesem Jahr ein Nachsehen mit uns und verschonte uns mit einem Stau. So kamen wir nach ruhigen 15 Stunden Fahrt bei einer kleinen Bauernschaft in der Nähe von Melle an. Massives Stirnrunzeln des dortigen Landwirtes zeigte uns, daß er sich nicht vorstellen konnte, was wir bei ihm wollten. Zum aufwärmen sollte es nur eine kurze Etappe von geschätzten 12 Kilometern geben. Zielort war Melle, wo wir letztes Jahr bereits auch schon einmal eine Unterkunft bekommen hatten. Da die Zusage für die erneute Übernachtung recht schnell da war, hatten wir im letzten Jahr scheinbar einen ordentlichen Eindruck hinterlassen. Nachdem wir noch in aller Ruhe die Laudes gebetet hatten (Der Tag fing für uns immerhin gerade erst an), machten wir uns auf den Weg. Die Tagesetappe führte bei angenehmen Temperaturen und strahlenden Sonnenschein durch eine schöne Gegend. Bereits nach kurzer Zeit kamen bei einigen Pilgern schon wieder sportliche Gedanken auf in Richtung Tagessieg. Anna G. und Rieke B. legten ein Tempo vor, dem kaum zu folgen war. Allerdings hatten beide einen Fehler gemacht und Michael K. nicht nach dem Ziel gefragt. So kam es, daß beide, umhüllt von einer dichten  Staubwolke -  zügig am Ziel vorbeiliefen und Michael K. mit der Macht der Erfahrung sich den Tagessieg sicherte. Bereits der erste Tag läßt spannende Zieleinläufe erwarten. Anna G. und Rieke B. konnten sich mit ihrem Schicksal lange nicht abfinden.

Nach einer ersten Inspektion der Füße, die bei eigentlich allen Ergebnisse im grünen Bereich lieferte, konnten wir eine kostenlose Dusche im örtlichen Freibad genießen. Der Wasserstrahl war zwar spärlich, aber wenigstens war es eine Dusche.

Zum Abendbrot konnte mal wieder das Küchenteam seinen guten Ruf bestätigen. Auch für die große Anzahl an hungrigen Mäulern wurde ein echt leckeres Abendbrot gezaubert. Die Anstrengungen des Tages wurden damit locker wieder ausgeglichen.

Den Abschluß bildete dann - wie es sich gehört - ein Gottesdienst in der Kirche von Melle. Wahrscheinlich werden sich alle Pilger dann recht früh auf die Feldbetten begeben, da der Schlaf im Bus teilweise doch sehr kurz war.
 

Etwas Statistik zum Tag (moderne GPS-Geräte machen es möglich):
Streckenlänge: 11,3km
Durchschnittsgeschwindigkeit in Bewegung: 6,2 km/h
Durchschnittsgeschwindigkeit gesamt: 5,0 km/h
Zeit in Bewegung: 1 Stunde 48 Minuten
Pausenzeit: 26min, 15 sec
Zeit gesamt: 2 Stunden, 14 Minuten

Da kann man nur sagen: Flottes Tempo!

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04. 08 - Strahlender Sonnenschein!!!

Gewohnt früh kam um 5:30 Uhr der Weckruf "In einer halben Stunde ist Laudes!". Also hieß es keine Zeit verlieren und alle notwendigen Schritte zu erledigen, inkl. präparieren der Füße. Die sollten heute einen ordentlichen Job bekommen: Der Plan sah 35km vor, die Strecke sollte alles bieten: Wälder, Felder und noch mehr, was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnten.

Jedenfalls gab es erst einmal ein gewohnt erstklassiges Frühstück, so daß wir gut gerüstet aufbrechen konnten. Allerdings hatte der vorherige Tag  schon Opfer gefordert und das Küchenteam konnte sich über Verstärkung freuen. Wer schwächelte, sei allerdings nicht verraten. Das Tempo war zu Beginn gut, genauso wie die Stimmung. Leider  wurde die Geschwindigkeit bereits nach Melle wieder stark reduziert, da sich vor uns eine große Straße mit einigen Abzweigungen auftat, die in keinster Weise in unserer Karte eingezeichnet war. Wo war unser Weg geblieben? Die sich bietenden Möglichkeiten probierten wir alle aus, um dann gemäß "Murphys Law" festzustellen, daß der letzte Weg der richtige war. Nun ja, davon läßt man sich nicht unterkriegen. So ging es lustig weiter, über einen Bach, der uns nur eine nicht sehr stabil erscheinende Brücke anbot, quer durch einen kleinen Schloßpark (zum Glück war keiner zuhause, der sich beschweren konnte). Irgenwann kam dann Michael auf den Gedanken, daß wir am besten quer durch einen Anpflanzung junger Bäume gehen sollten. Langer Rede, kurzer Sinn: Wir fanden uns ganz schnell in einem ausgetrockneten Bachbett wieder. An einen aufrechten Gang war nicht zu denken, eine Machete wurde schmerzhaft vermißt. Schmerzhaft im wahrsten Sinne des Wortes, da Dornensträucher und ein fieser Stacheldrahtzaun sich uns in den Weg stellten. Besonders traf es eine gewisse Rieke B., die jetzt auf Ihren Rücken einen 10cm langen, recht formvollendeten Kratzer hat. Aber auch davon läßt sich die alte Pilgerseele nicht unterkriegen. Leider mußten wir aber direkt danach den ersten Verlust beklagen. Steffi N. knickte auf einem Feld um. Der Bulli war schnell geordert und der Rest der Gruppe setzte den Weg fort.

Kommen wir doch einmal zur Überschrift: STRAHLENDER Sonnenschein! Das war schon so strahlend, daß sich alle Wolken verzogen hatten. Das Wetter war zwar echt schön, aber auch sehr heiß. Sonnencremes waren schwer im Einsatz.

So kam die Gruppe dann irgendwann bei der Mittagspause an. Es erwartete uns ein leckeres Büffet und einige Feldbetten, die auch sofort in Beschlag genommen wurde. Die perfekte Gelegenheit, die Kräfte wieder aufzufrischen und erste auftauchende Blasen zu versorgen. Außerdem wurden dort "rein platonische Freundschaften" erlebt, denn zu zweit ist das Bejammern und Trösten viel schöner. Zum Schutz der beiden betroffenen Personen gibt es jetzt übrigens keine Namen. Soviel Anstand muß sein.

23km haben wir bereits zu diesem Zeitpunkt unseren Füßen zugemutet. Nach der Pause hieß es die restlichen knapp 13km zu bewältigen. Tempo war mal wieder reichlich vorhanden. Der Weg führte uns durch einen schönen Wald aber leider auch durch Felder, wo wir mal wieder unsere alte Freundin die Sonne begrüßen durften. Irgendwann tauchte dann hinter einer kleinen Kuppe ein Kirchturm auf, der zweifelsohne zu unserem Zielort Aulnay gehörte. Dieser Anblick steigerte noch einmal das Tempo. Bereits jetzt versucht sich eine kleine Gruppe von 5 Personen abzusetzen. Es ging um den Tagessieg. Im Ort gab es noch einige Links-Rechts-Kombinationen, bis endlich der Bus auftauchte, der am Schwimmbad auf uns wartete. Jetzt begann der Sprint und ältere Knochen mußten sich der dynamischen Kraft des Jungathleten David geschlagen geben. Man kann nur sagen: Herzlichen Glückwunsch zum Etappensieg.

Da wir unser Quartier erst 2 Stunden später beziehen konnten, gegen 19 Uhr, stellte sich die Frage, wie wir die Zwischenzeit überbrücken sollten. Aber wenn der Bus schon an einem Schwimmbad wartete..... Nach gewohnt geschickten Verhandlungen durch Michael K. kamen wir zu einem wirklich fairen Preis in das Schwimmbad. Was für eine Entspannung für die Beine. So wurde jedem Muskelkater effektiv entgegen gewirkt.

Aber auf schöne Momente kann auch mal das Gegenteil folgen: Unsere Unterkunft wurde zum Problem. Entgegen der Aussage, daß unser Saal bis 19 Uhr durch eine Gesellschaft belegt war, stellte es sich raus, daß es AB 19 Uhr war. Tja, was nun. Nachdem wir uns schon damit abgefunden hatten, irgendwo draußen unsere Feldbetten aufzubauen, wurde uns doch noch ein anderer Saal zur Verfügung gestellt. Zwar etwas klein, aber besser als nichts. Dem leckeren Abendbrot stand also nichts mehr im Wege.

Ein leckeres Bier bildete dann den Abschluß dieses recht anstrengenden Tages, der uns eine unerwartet heftige Etappe geboten hat. Nun ja, dafür sollen es am Sonntag nur 20km werden. Warten wir mal ab......

Und nun zur Tagesstatistik
Streckenlänge: 35,7 (damit insgesamt 47km)
Streckenlänge bis Mittag: 23km
Durchschnittsgeschwindigkeit in Bewegung: 5,8 km/h
Durchschnittsgeschwindigkeit gesamt: 3,6 km/h
Zeit in Bewegung: 6 Stunden 8 Minuten
Pausenzeit: 3 Stunden, 42 Minuten (inkl. Pausen, um den Weg zu suchen)
Zeit gesamt: 9 Stunden, 51 Minuten

(JR)

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05.08 -  Eine unerwartete Einladung

Die Nacht war zur Freude vieler nicht so früh vorbei wie gewohnt. Da wir in der direkt nebenan liegenden Kirche noch einen Gottesdienst feiern wollten, wurden wir erst um 7 Uhr geweckt. Einige hatten übrigens es vorgezogen, die Nacht draußen zu verbringen, da die Temperaturen so schön waren und der Raum auch relativ klein war. Klare Aussage: FEHLER!. Es hatte keiner dran gedacht, daß nachts ja die Feuchtigkeit aus dem Boden aufsteigt und das Ergebnis am Morgen dann zwangsläufig ist, daß alles irgendwie feucht war. Auch die vorhandene Dauergeräuschkulisse durch einige Hunde größeren Kalibers war nicht unbedingt förderlich für den Schlaf. Nun ja, Erfahrungen wollen gemacht werden.

Die heutige Etappe sollte mit knapp über 20km zu den kürzeren zählen. Eine kurze Strecke braucht vermeintlich weniger Zeit und damit schien es in Ordnung zu sein, später zu starten. Und noch einmal: FEHLER! Nach dem Gottesdienst zog sich alles etwas hin, die Aufbruchstimmung fehlte. Entsprechend waren wir erst gegen 9:30 Uhr unterwegs. Normalerweise haben wir dann schon einige Kilometer zurückgelegt. Ziel war der Ort Saint Jean d´Angely. Der Weg sollte uns vorwiegend über Feldwege und wenige kleinere Wälder führen. Kaum waren wir allerdings aus dem Ort raus, klingelte unser "Frankreich-Handy". Das Küchenteam suchte den Schlüssel vom Sprinter. Der Täter war schnell ausgemacht. Ein gewisser S.B. aus B. hatte ihn in der Hosentasche vergessen. Kommentare mit entsprechendem Seitenhieb waren ihm sicher. Ansonsten hatte die Etappe erst einmal keine großen Überraschungen für uns auf Lager, bis halt jenen bereits erwähnten Fehler: Das Wetter. Auch heute war es allen Wolken viel zu heiß, so daß sie zu hause geblieben waren. Es war wirklich eine schweißtreibende Angelegenheit. Und durch den späten Start kamen wir direkt in die Mittagssonne. Aber eine Pilgerung ist halt kein Sonntagsspaziergang. Der Verbrauch an Wasser und Obst in der Mittagspause war entsprechend hoch.

Die Ausfälle hielten sich in der zweiten Etappe in Grenzen. Also wurden die Schuhe wieder geschnürt und munter weitergepilgert. Und dann, ganz unerwartet, kam es in einer kleinen Bauernschaft zu einer Einladung: Eine ältere Frau sah uns an ihrem Hof vorbeilaufen und sprach uns an. Als sie hörte, auf welchen Weg wir waren, bestand sie drauf, uns zu sich einzuladen und uns etwas zu trinken zu geben. Auch die Tatsache, daß wir knapp 40 Pilger waren, schreckte sie nicht ab. So konnten wir in Ruhe eisgekühltes (!) Wasser genießen und nebenbei mit dem Hausherren über die Formel 1 und Ralf Schumacher philosophieren. Auch erfuhren wir, warum wir eingeladen wurden: Der Mann war vor einigen Jahren selbst nach Santiago gepilgert und von der Gastfreundschaft der Spanier angetan. Dieses Geschenk wollte er weitergeben. Einfach ein wunderschönes Erlebnis.

Diese unerwartete Erfrischung ließ die restlichen Kilometer wie im Flug vergehen. Die Sonne brannte aber fleißig weiter, was bei Ankunft im Zielort zu unüberlegten Handlungen führte :-): Jens B. und Jörg R. erinnerten sich an die Disziplin der Kreiselwertung und rannten wie die Bekloppten auf einen auftauchenden Kreisverkehr zu. In einer tollen Gemeinschaftsleistung teilten sie sich den Sieg. Angesichts der Außentemperatur wurde jedoch von den Mitpilgern nicht gratuliert sondern vielmehr nach dem Verbleibt des Verstandes gefragt.

Die Unterkunft war eine Sporthalle, die leider aufgrund der Außentemperaturen eine sehr schlechte Luft hatte. Aber nach einen solch anstrengenden Tag kann man auch dort schlafen. Gegen 22 Uhr wurden Tische und Bänke draußen abgebaut und Nachtruhe kehrte ein.

Zahlen zum Tag
Streckenlänge: 23 km (damit insgesamt 70km)  GEFÜHLT WAREN ES DEFINITIV MEHR!!!!!!
Durchschnittsgeschwindigkeit in Bewegung: 5,2 km/h
Durchschnittsgeschwindigkeit gesamt: 3,2 km/h
Zeit in Bewegung: 4 Stunden 27 Minuten
Pausenzeit: 2 Stunden, 19 Minuten
Zeit gesamt: 6 Stunden, 46 Minuten

(JR)

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06.08 - Eine willkommene (?) Abwechslung

Tja, man sollte auf ältere Landwirte hören. Unser Gastgeber vom gestrigen Tag hatte uns schon angedroht, daß es regnen sollte. Und in der Nacht kam es dann. Richtig heftiger Regen prasselte auf das Dach der Sporthalle. Auch unser Frühstück wurde entsprechend untermalt. Da es aber wohl kein Wetter gibt, bei dem Michael Kenkel nicht zur nächsten Etappe bitten würde, machten sich alle fertig. Und siehe da, als wir die Sporthalle verließen, war es trocken. Und außerdem war der Himmel voll mit Wolken. Das ließ erträgliche Temperaturen erwarten. Manch eine sonnengeplagte Haut dankte es.

Ziel des Tages war die Stadt Saintes. Da das Wetter etwas Nachsicht mit uns zeigte, war es auch nicht weiter schlimm, daß uns der Weg über viele Feldwege führte. Allerdings hatte die Strecke einen Ersatz für das heiße Wetter der Tage zuvor parat: Steigungen und Gefälle. Manch einem Gelenk sollte man das im Laufe des Tages anmerken. Die Strecke war schön und zahlreiche Jacobsmuscheln als Wegweiser säumten den Weg (denen wir allerdings nicht immer folgten -  wäre ja viel zu einfach). Allerdings hatte das Wetter dann auf einmal kein Nachsehen mit unserer Truppe und öffnete die Schleusen. Es regnete, so daß zum ersten Mal seit der Startetappe 2001 wieder die Regenjacken ausgepackt werden mußten. Aber aufhalten konnte uns das nicht. Netterweise kam uns das Küchenteam etwas entgegen und verlegte die Pause spontan in einen Kindergarten eines kleinen Ortes, wo wie Unterschlupf fanden. Allerdings hatten wir die Rechnung ohne den Mitarbeiter des dortigen Bauhofes gemacht, der uns erst einmal etwas zurecht wies. Als wir ihm allerdings erzählten, was wir gerade machen , telefonierte er mit dem Bürgermeister des Ortes und plötzlich wurde uns sogar die Fahrt mit dem Sprinter auf das Gelände des Kindergartens ermöglicht und die Toiletten zur Verfügung gestellt. Auch hier wieder einmal: Echt nett.

Frisch gestärkt wurden dann die restlichen, geschätzten 12 km in Angriff genommen. Unser Weg war inzwischen noch besser ausgeschildert. An jeder Kreuzung begrüßte uns eine Jacobsmuschel, die uns den Weg wies. Und das sogar direkt über einen Golfplatz. Ist ja aber ganz logisch: Uns gibt es länger als den Golfsport! So kamen wir dann in Saintes an und mußten "nur noch" unsere Kirche finden, wo auch gleich nebenan die Unterkunft sein sollte. Der Weg führte direkt über einen Markt, wo einige Mädels nur mit SEHR energischen Kommentaren daran gehindert werden konnte, in Geschäfte zu gehen. Es ging zwar nur um Postkarten, aber dafür war trotzdem keine Zeit.

Das Ende des Tages wurde dann mit einem Gottesdienst in der zugehörigen Kirche eingeläutet, an dem auch zahlreiche Einwohner der Stadt dran teilnahmen. Ein gewohnt erstklassiges Abendbrot (Hier wird es mal Zeit für ein gaaaannnnnzzzz dickes Lob an das Küchenteam) und vielleicht auch das ein oder anderer Bier sorgten dann endgültig für die nötige Bettschwere.

WIR LESEN UNS MORGEN!

Tagesstatistik
Streckenlänge: 33,9 (damit insgesamt 103,9km)
Streckenlänge bis Mittag: 19,5 km
Durchschnittsgeschwindigkeit in Bewegung: 5,4 km/h
Durchschnittsgeschwindigkeit gesamt: 3,8 km/h
Zeit in Bewegung: 6 Stunden 15 Minuten
Pausenzeit: 2 Stunden, 40 Minuten
Zeit gesamt: 8 Stunden, 55 Minuten

(JR)

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07.08 - Eine ganz normale Etappe

Bevor wir zum aktuellen Tagesgeschehen, sei ein Rückblick auf gestern erlaubt, da nach Redaktionsschluß auch noch interessantes passiert, das zwingend veröffentlicht werden muß.

Jedem aus der Gruppe dürfte es spätestens seit gestern bewußt sein, daß man andere Leute nicht nachahmen sollte, wenn diese in der Tür stehen und alles mitbekommen. Eine weibliche, namentlich ungenannte Person meinte, es sei an der Zeit, unseren Michael Kenkel mal nachzuahmen (um es einmal vorsichtig auszudrücken), wie er so morgens die Leute weckt. In diesen Auftritt wurde soviel Energie gelegt, daß selbst Michael Applaus spenden mußte. Selbstredend wäre jemand da gerne im Boden versunken.

So, jetzt aber zum aktuellen Tag. Das Aufstehen fiel etwas komplizierter aus, da die elektrische Anlage, die übrigens jeder deutschen Elektriker sofort stillgelegt hätte, es nicht aushielt, wenn Küche und Schlafraum parallel Strom verbrauchten. Es griff im Halbdunkel jeder die richtigen Klamotten, so daß es keine stilistischen Ausrutscher gab. Gefrühstückt wurde wie gewohnt und dann der Bus beladen. Das passiert zwar auch jeden Morgen, aber nicht jeden Morgen gelingt es uns, protestierende Nachbarn zu präsentieren, die den Lärmpegel nicht akzeptabel finden. Da wir ja nicht noch einmal vorbeikommen wollen, können wir nur sagen: Pech gehabt. Insgesamt war die Etappe eher unspektakulär: Wetter präsentierte sowohl Sonnenschein wie auch ein wenig Regen, die Wege gingen Berg auf und Berg ab. Wegweiser mit Jakobsmuscheln fanden wir an jeder Kreuzung. Was wir zu Beginn noch als positiv empfanden, stellt sich inzwischen als Langweilig raus. Unerwartete Erlebnisse wie ausgetrocknete Bachläufe oder plötzlich aus dem Nichts auftauchende Berge scheinen wirklich der Vergangenheit anzugehören. Alle Pilger schienen sich am heutigen Tage einig zu sein, es etwas ruhiger angehen zu wollen.

Etwas Hektik kam dann am Ende der Mittagspause auf, als das Küchenteam auf einmal feststellte, daß der Zettel mit den ganzen Unterkünften, Ansprechpartner und Telefonnummern nicht mehr dort war, wo er hingehörte. Aufkommende Panik konnte schnell im Keim erstickt werden und kein Pilger mußte auf der Straße schlafen. Der Zettel war wieder aufgetaucht.

Inzwischen dürfte auch jeder Pilger einen recht interessanten und recht heftigen Schmerz (wieder-) entdeckt haben: Der Die-Blasen-müssen-erst-einmal-wieder-die-richtige-Stelle-in-der-Sohle-finden-Schmerz. Dieser taucht dann auf, sobald man eine Pause beendet. Dabei ist es recht gleichgültig, ob sie lang oder kurz war, ob man sitzt oder steht. Die ersten Schritte sind garantiert von diesem Schmerz geprägt, der sich erst nach ca. 200m wieder aus dem Staub macht. Tja, unsere Füße sind so etwas halt nicht gewohnt.

Unsere Unterkunft haben wir dann schnell in Form einer Schule gefunden. Und jetzt die Sensation: Es gab richtige Betten (zumindest für die meisten). Wir wurden in einem Internat untergebracht, wo wir 7 Zimmer hatten. Echt super Sache! Mal schauen, ob man noch im Bett schlafen kann.

Tagesstatistik
Streckenlänge: 23,5 (damit insgesamt 127,4km)
Durchschnittsgeschwindigkeit in Bewegung: 5,5 km/h
Durchschnittsgeschwindigkeit gesamt: 3,3 km/h
Zeit in Bewegung: 4 Stunden 20 Minuten
Pausenzeit: 2 Stunden, 50 Minuten
Zeit gesamt: 7 Stunden, 10 Minuten

(JR)

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08.08 -  Spannendes Finish

In richtigen Betten läßt sich gut schlafen, so fiel das Aufstehen um kurz vor 05:30 Uhr doch recht schwer. Aber nützt ja alles nichts. Wenigstens konnte man mal Betten genießen. Allerdings schienen wir die Nacht nicht alleine verbracht zu haben, da sich in der Ecke eines Raumes ein beträchtlicher Haufen Mäusesch... fand.

An dieser Stelle sei übrigens einer gewissen Theresa H. und Anna G. gedankt, die dem Schreiber dieser Zeilen am vorherigen Abend eine ausgiebige Wadenmassage gönnten. Dabei wurde aus Stahl mal wieder Butter hergestellt. Somit konnte gelaufen werden.

Das Frühstück war schnell erledigt und der Bus gepackt. Die Pilgerseele gierte nach einer neuen Etappe, und es sollte man endlich wieder einer über 30km sein. Die Etappe sollte uns von Pons (das wurde wohl gestern vergessen zu erwähnen) nach Mireambeau führen. Auch an dieser Strecke fanden sich zahlreiche Wegweiser. Vom Spiel des Wegeratens müssen wir uns wohl wirklich verabschieden.

Einige Kilometer waren bereits gegangen, da fischte Michael am Wegesrand 2 britische Pilger auf und lud sie selbstredend zu uns nach Mireambeau ein. Bisher sind sie noch nicht eingetroffen, warten wir mal ab. Pilger scheint es hier übrigens öfter zu geben, da uns viele Autofahrer freundlich grüßten.

Nach ca. 22km gab es dann die erhoffte Mittagspause, die jeder individuell nutzte. Ein gewisse J.R. (man muß sich auch mal selbst outen) zog sich zu einem kleinen Mittagsschläfchen in den Bus zurück und wurde beim ordentlichen Schnarchen erwischt. Zum Glück hielt er sich bisher nachts zurück, was man allerdings von einigen anderen Pilgern nicht behaupten kann. Entsprechende Videobeweise sind vorhanden.

Die restlichen geschätzten 10-12 km wurden dann zügig angegangen. Es war inzwischen auch wieder recht strahlender Sonnenschein, so daß man schnell ankommen wollte. Als dann nach einem Telefonat mit dem Küchenteam feststand, daß wir nur noch ca. 8km vor uns hatten und die Unterkunft direkt an der ausgeschilderten Pilgerstrecke lag, ließ es eine Gruppe um David N., Henricus K., Bastian B. und Jörg R. auf einen Ausbruchversuch ankommen und zog das Tempo massiv an. Schwankend zwischen leichten Joggen und schnellem Gehen (geschätzt 7,5 - 8 Km/h) wurde Tempo gemacht. Sollte den beiden erstgenannten ein zweiter Etappensieg gelingen oder sollten die beiden älteren Jungs ihre Routine ausspielen können? Bei der Ankunft im Ort tauchte der Bus auch bereits am Straßenrand auf. Während David, Henricus und Bastian das Tempo anzogen, ließ sich Jörg etwas zurückfallen, um geschickt die Straßenseite zu wechseln und dort Tempo zu machen. Der Plan  schien aufzugehen, die anderen bekamen seinen Überholversuch zu spät mit. Leider stellte sich beim Bus heraus, daß alle zu weit gelaufen waren. Also 500m zurück, wo es dann zu folgendem Zieleinlauf kam: David, Bastian und Henricus/Jörg (zeitgleich). Da sei mal folgender, recht persönlicher Kommentar erlaubt: Sch.... (ZENSUR)

Den Abend läuteten wir dann bei einem Gottesdienst in der Kirche des Ortes ein. Danach galt es dann, Füße zu pflegen, Beine zu massieren und den Flüssigkeitshaushalt wieder ausgleichen.

Die Quälerei des Tages in Zahlen
Streckenlänge: 32 (damit insgesamt 159,4km)
Durchschnittsgeschwindigkeit in Bewegung: 5,5 km/h
Durchschnittsgeschwindigkeit gesamt: 3,9 km/h
Zeit in Bewegung: 5 Stunden 52 Minuten
Pausenzeit: 2 Stunden, 25 Minuten
Zeit gesamt: 8 Stunden, 17 Minuten

(JR)

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09. 08 - Eine Weinprobe muß sein

Um es einmal vorweg zu sagen: Heute war wohl der ereignisreichste Tag und der Autor dieser Zeilen hält nebenbei echte Schmerzen in den Beinen aus.

Aber fangen wir doch einmal vorne an: Die Nacht war recht kurz, da wir erst gegen 23 Uhr ins Bett fanden. Die Stimmung war einfach super und Bier und Pernod fanden den Weg in unsere Kehlen. Aber es sollte ja auch nur die längste Etappe werden, da kann man das wohl mal machen. Geschätzte Etappenlänge: knapp unter 40 km. Die große Pause sollte es nach 24km geben, also hieß es, Tempo zu machen.

Das gelang unser leider am Anfang nur teilweise, so daß sich die Gruppe extrem in die Länge zog. Dann passierte es auch noch, daß die erstklassigen Hinweisschilder zum Jakobsweg aufhörten, so daß wir uns wieder auf Michaels Kartenkenntnisse verlassen mußten. Das führte auch prompt dazu, daß er am Abend 5 Euro  in die Bierkasse legen mußte. Doch dazu später.

Der Weg war abwechslungsreich und führte bei Schatten und Sonne durch Weinberge. Ab und zu auch so etwas wie ein Baumreihe, die Schatten spendete. Irgendwann wurde es dann doch einmal Zeit für eine erste kleine Pause, die wir in einem Ort aufschlugen, wo wir uns einfach an die ersten Häuserwände setzten, die Schatten spendeten. Wie sich herausstellte, sollte das eine super Idee gewesen sein. Plötzlich kam ein Ehepaar des Weges und erkundigte sich neugierig, was wir denn dort machen würden. Mit gewohnt charmanten Französisch plauderte Jens mit ihnen. Unsere Aktion fand der Mann so gut, daß er uns erst einmal eine Schale voll mit frischen Mirabellen, die er dabei hatte, ausgab. Echt lecker und echt lieb. Doch das sollte noch nicht alles gewesen sein. Er erzählte, daß hinter der Wand, an der wir lehnten, sein Weinlager sei und dort zu Zeit ca. 30.000 Flaschen lagern würden. Ob wir Lust hätten, uns die anzuschauen. Welch Frage. Also schnell den Schlüssel geholt und rein da. Es bot sich uns ein wirklich heftiger Eindruck. Als er dann auch noch fragte, ob wir gerne probieren würden, waren der Begeisterung keine Grenzen mehr gesetzt. Also schnell einige Gläser geholt und schnell eine Flasche Rotwein und Rose geöffnet. Fein probieren, wichtige Geschmackskommentare abgeben und..... über 140 Flaschen Wein mal eben kaufen. Tja, bei soviel Leuten kommt halt eine Menge Wein zusammen. Außerdem, wenn man schon bei Bordeaux ist, muß man auch Wein probieren und mitbringen. Bei der ganzen Sache konnte man dann auch den dann nicht unwesentlichen Zeitverlust von 1 Stunde verschmerzen (zumindest in dem Moment noch).

Gut beschwingt ging es dann weiter und es wurde nach einiger Zeit die Mittagspause erreicht. Eine neue und schöne Abwechslung gab ein kleines Privatkonzert der Geschwister Luislampe, die mit 2 Sopranen und einem Bariton uns erst einmal zeigten, was so geht. Unbedingt merken: nächstes Jahr wieder buchen. Aufgeschreckt wurden wir dann, als eine gewisse Rieke B. laut schreiend aus dem angrenzenden Wald rief. Sie war zum "austreten" doch tatsächlich ohne Schuhe, nur mit Socken, in den Wald gegangen. Kein weiterer Kommentar!!!

Zu diesem Zeitpunkt hatten wir 24km zurückgelegt, so daß der Rest beinah als "Witz" erschien. Wie wir aus der Vergangenheit wissen: ein mächtiger Fehler. Da leider kurz nach der Pause das GPS-Gerät ausfiel, kann die heutige Strecke dann am Ende auch nur geschätzt werden. Es ging weiter durch ein Feuchtgebiet, wo sich irgendwann der Weg gabelte: Der eine ging links, der andere rechts an einem Bach vorbei. Ein gezielter Blick auf die Karte verführte Michael K. zu der Aussage, daß wir beiden nehmen könnten, da sie nach einiger Zeit wieder aufeinander treffen würden. Nach einem weiteren Kilometer stand fest: Die treffen definitiv nicht wieder aufeinander. Also hieß es für einen Teil der Gruppe, den Rückweg anzutreten. Tja, so wird dann die Bierkasse wieder aufgefüllt. An dieser Stelle ein herzlicher Dank an Michael K.

Und spannende Ereignisse folgten: Kurze Zeit später machten wir eine kleine Pause an einer Brücke, die im Bogen über einen Bach führte. Direkt als wir wieder losgingen, begegnete uns ein Trecker mit Hänger, der es schaffte, direkt auf der Brücke auszugehen. Leider waren zu dem Zeitpunkt noch einige von uns auf der Brücke. Als der Trecker dann rückwärts rollte, hörte man nur noch ein "Achtung". Der Hänger stellte sich quer, ein Hinterrad des Treckers hing über dem Geländer und zum Glück war keiner von uns verletzt. Aber mal wieder den Puls auf Touren bringen. Ach ja, irgendwann hatte der Fahrer es geschafft, daß der Anhänger umfiel ;-)

Insgesamt war das Tempo inzwischen nicht mehr so prickelnd, da sich bei einigen erste Erschöpfungserscheinungen bemerkbar machten und die Gruppe sich schnell auseinander zog. So entstand bei dem inzwischen heftigen Sonnenschein eine echte Tortur. Weinberge bieten halt auch keinen wirklichen Schatten. Hier sei übrigens auch die Frage erlaubt, inwiefern einige Teilnehmer morgen über Magenprobleme klagen, da doch etliche Weintrauben (noch nicht ganz reif) verzehrt wurden. Die Hitze forderte dann auch erste Opfer: Steffi und Anke mußten abgeholt werden. Dafür bekamen wir für ca. 1,5 km einen neuen Begleiter: Sido. Ein etwas irritiert wirkender Fox Terrier begleitete uns, egal wo es lang ging. Andere Hunde, die es hier ja zahlreich gibt, wurden konsequent angebellt. Besonders Basti schien er ins Herz geschlossen zu haben. Irgendwann war dann aber dann doch weg. Scheinbar hatte auch sein Revier ein Ende.

Irgendwann erreichten wir dann doch unseren Zielort, wo uns eine große Sporthalle mit zahlreichen warmen (!!!!!!) Duschen erwartete. Nach dieser Etappe auch dringend notwendig.

Am Ende ein kleiner Hilferuf von Rieke an die Mama: Melde Dich doch mal!

Eine sehr kurze Tagesstatistik:
geschätzte Tagesdistanz: 38km (damit gesamt 197,4 km)

(JR)

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10. 08 - Alles hat einmal ein Ende.

Oh Mann, was ging die Woche schnell vorbei. So oder ähnlich war wohl bei jedem der erste Gedanke am heutigen Morgen. Aber so ist das nun einmal und irgendwann brauchen auch einmal Füße etwas Ruhe.

Der Bericht von diesem Tage wird übrigens einmal aus der Sicht des zweiten Teams geschrieben, das wir ja auch noch habe: Das Küchenteam. Da das rechts Schienenbein des Autors, bzw. eine der Sehnen, auf´s heftigste rebellierte, begleitete er dieses. Es muß ja auch einmal dieser Teil dargestellt werden.

Die heutige Etappe war ursprünglich mit 42km veranschlagt worden. Da dieses für den letzten Tag etwas viel ist und sich das Prinzip aus dem letzten Jahr bewährt hat, die letzte Etappe etwas zu kürzen und den verbleibenden Rest als Startetappe zum warmlaufen des folgenden Jahres zu nehmen, wurde beschlossen, kurz vor Bordeaux nach geschätzten 30km aufzuhören.

Die Pilger brachen sehr zeitig auf, da es galt, die erste Fähre zu erwischen, die über die Gironde führte. Verlassen wir aber doch jetzt diese Gruppe und betrachten die Arbeit des Küchenteams. Es galt, in möglichst kurzer Zeit die Halle besenrein zu bekommen und den Abwasch zu machen. Obwohl wir im Grunde nur wenige Stunden dort waren, war das doch einiges an Arbeit. Danach wurde der Bus mit Günni auf den direkten Weg zum Endpunkt nach Blanquefort geschickt, während wir mit dem Sprinter auch die Fähre ansteuerten. Die leider recht kurze Überfahrt von nur 20 Minuten konnten wir genauso wie die anderen geniessen. Dann hieß es, zügig einen Supermarkt zu finden, um alles das einzukaufen, was bei der Mittagspause benötigt. wurde. Am vereinbarten Pausenort bauten wir dann im Schatten der Ortskirche das reichhaltige Mittagsbüffet auf. Auf Feldbetten mußte leider verzichtet werden, da diese im Bus waren, der nicht zur Pause kommen sollte. Gerade als wir fertig waren, trafen dann auch die ersten ein. Eigentlich wären sie sogar schneller da gewesen, hätte Michael nicht zwischendurch feststellen müssen, daß sie den falschen Weg gewählt hatten. Also hieß es ca. 1,5km zurück. Es muß jetzt nur noch geklärt werden, welcher Geldbeitrag dafür in die Bierkasse gezahlt wird.

Da jetzt nur noch die Schlußetappe anstand, konnte es kaum einer erwarten, wieder loszukommen. Schnell noch die Sext in der Kirche gebetet und dann flott weiter. Schließlich galt es, die letzten 10km zu bewältigen. Zwar waren alle schon recht angegriffen, aber ein Schlußspurt mobilisiert ungeahnte Kräfte.

Für das Küchenteam galt es, jetzt das Quartier in Bordeaux zu finden. Dafür die Ausgangssituation: Kein Navi, eine Adresse, den Namen einer Kirche und eines Krankenhauses in der Nähe. Da es sich ja nur um das kleine Örtchen Bordeaux handelte, wo wir unser Ziel finden mußten, sagten wir uns: Einfach rein, mit unserer "Begleitung" finden wir das schon. Und siehe da, die Nadel im Heuhaufen war kein Thema. Einmal auf einen Ortsplan geschaut und festgestellt, daß wir einfach eine Kreuzung eher hätten abbiegen müssen. Ruck zuck hatten wir dann das Ziel ausgemacht. Eben noch schnell über die französischen Verkehrsverhältnisse aufgeregt und drüber weggesetzt und schon waren wir da.

Der Abschlußabend konnte in einer für Bordeaux unerwartet guten Unterkunft gefeiert werden.

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ACHTUNG - ACHTUNG - ACHTUNG
Gerade erreichte uns folgende Sondermeldung: In einer beispiellosen Aktion von Solidarität wurden dem Jungpilger David B. zum Etappenende geholfen. Nachdem er nach heftigen Schmerzen in einem Knie  und einem Fuß klagte und schon an Aufgabe denken mußte, griffen ihm engagierte Mitpilger im wahren Sinne des Wortes unter die Arme. In einer unglaublichen Gemeinschaftsaktion wurde David B. die restlichen 1,5km bis zum Bus getragen. Fotos von dieser Aktion sollen folgen.
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Die Quälerei des Tages in Zahlen
Streckenlänge: 34 (damit insgesamt  231,4km)
Durchschnittsgeschwindigkeit in Bewegung: 5,8 km/h
Zeit in Bewegung: 6 Stunden 01 Minuten
Pausenzeit: 2 Stunden, 44 Minuten
Zeit gesamt: 8 Stunden, 45 Minuten

(JR)
 

Am Ende noch eine Anmerkung: Da nachweislich einige Eltern diese Zeilen lesen und wiederholt einzelne Teilnehmer darum baten, gut dargestellt zu werden, jetzt folgender Kommentar: Alle Söhne und Töchter haben sich gut geschlagen und dabei das wohl des Pilgerkollegen nie aus den Augen verloren. Da sind richtige Traumschwiegersöhne und -töchter dabei.

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22.06.2001 Lastrup 24 km - 23.06.2001 Handrup 36,1 km - 24.06.2001 Emsbühren 35,2 km - 24.06.2001 Gronau 33,8 km - 26.06.2001 Südlohn 39 km - 27.06.2001 Dingden 32 km - 28.06.2001 Xanten 18 km Gesamt 2001: 218,1 km - 23.06.2002 Geldern 23 km - 24.06.2002 Steyl 29 km - 25.06.2002 Heel 29 km - 26.06.2002 Born 25 km - 27.06.2002 Maastricht 26 km - 28.06.2002 Lüttich 29 km - 29.06.2002 Esneux 20 km - Gesamt 2002: 181 km - 20.07.2003 Glavier Station 25 km - 21.07.2003 Purnode 38 km - 22.07.2003 Givet 33 km - 23.07.2003 Couvin 34 km - 24.07.2003 Scourmont 21 km - 25.07.2003 Hirson 28 km - 26.07.2003 Le Fay 22 km - Gesamt 2003: 201 km - 31.07.2004 Marle 17 km - 01.08.2004 Laon 29 km - 02.08.2004 Soissons 42,5 km - 03.08.2004 Pierrefonds 34,5 km - 04.08.2004 Pont Saint Maxence 33,5 km - 05.08.2004 Baillon 31,5 km - 06.08.2004 St. Denis 34 km - 07.08.2004 Paris 15 km - Gesamt 2004: 236 km - 16.07.2005 Verrieres 25 km - 17.07.2005 Etréchy 31 km - 18.07.2005 Autruy-sur-Juine 32 km - 19.07.2005 Artenay 35 km- 20.07.2005 La Chapelle 31 km - 21.07.2005 Beaugency 25 km - 22.07.2005 Suervres 20 km - 23.07.2005 Chouzy-sur-Cisse 25 km - 24.07.2005 Chaumont-sur-Loire 10 km - Gesamt 2005: 234 km - 05.08.2006 Blèrè 32 km - 06.08.2006 Blèrè 0 km - 07.08.2006 Chambray lès Tours 37 km - 08.08.2006 Sainte Maure de Touraine 32 km - 09.08.2006 Châtellerault 42 km - 10.08.2006 Poirtier 33 km - 11.08.2006 Lusignan 32 km - 12.08.2006 Melle 28 km - Gesamt 2006: 236 km - Summe 2001 - 2006: 1306,1 km